Fragen und Antworten
Fachbereich Anästhesie
Das Anästhesieteam des COC Allgäu (2 Fachärzte für Anästhesie, 3 Fachschwestern für Anästhesie und 3 Krankenpfleger) begleitet Sie im Verlauf Ihrer Behandlung vom Narkosevorgespräch bis nach der Operation.
Was macht der Anästhesist?
Welche Informationen braucht der Anästhesist?
Was ist eine Narkose und wie ist der Ablauf?
Was ist eine Teilnarkose/Regionalanästhesie?
Welche Narkoseverfahren werden im COC Allgäu angeboten?
Was macht der Anästhesist?
Der Anästhesist (Narkosearzt) führt Narkosen und Anästhesien durch: Dazu findet zunächst ein Narkosevorgespräch statt (Prämedikationsgespräch). Hier lernen sich Patient und Narkosearzt persönlich kennen, außerdem helfen Sie uns durch das Ausfüllen eines Fragebogens in der Einschätzung Ihres Gesundheitszustandes und individuellen Risikos. Danach wird gemeinsam die Vorgehensweise besprochen, z.B. welche Möglichkeiten kommen in Betracht? ist die Kombination verschiedener Narkosen sinnvoll? oder sind in der Vergangenheit gute oder schlechte Erfahrungen gemacht worden? Wir erklären Ihnen, wie der Aufenthalt abläuft und gehen auf Ihre Fragen gerne ein. Anschließend wird eine körperliche Untersuchung durchgeführt, z.B. ist der Herzschlag rhythmisch? wie hört sich die Lunge an, sind die Atemwege frei? Zum Schluss dokumentieren wir die Ergebnisse auf dem Formular für die Narkoseeinwilligung und lassen uns dies von Ihnen per Unterschrift bestätigen. Zusätzlich erhalten Sie Informationsmaterial über die Narkose, Verhaltensmaßregeln (Nüchternheitsgebote), Tipps zur Medikamenteneinnahme.
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Welche Informationen braucht der Anästhesist?
Aktueller Gesundheitszustand: Erkältungen, fieberhafte Infekte , Durchfallerkrankungen Medikamenteneinnahme: Gibt es Medikamente, die vor der Narkose abgesetzt oder in anderer Dosierung eingenommen werden sollen? Bisherige Narkosen: Wie waren Ihre Vorerfahrungen mit anderen Narkosen. Gab es dort Probleme, die jetzt verhindert werden können? Organische/ psychische Erkrankungen: Sind chronische Erkrankungen vorhanden, die besonders berücksichtigt werden müssen? Sind Herz, Lunge, Leber, Niere o.k.? Gibt es Hinweise auf angeborene Muskelerkrankungen oder Blutgerinnungsstörungen? Allergien/ Unverträglichkeiten: Welche Allergien sind bekannt und welche Medikamente müssen auf jeden Fall bei Ihnen vermieden werden? Zahnstatus: Sind alle Zähne fest, oder gibt es lockere Zähne oder herausnehmbare Prothesenanteile? Ist die Mundöffnung ausreichend? Sonstiges: Nikotin- und Alkoholkonsum und die Einnahme von Drogen/sonstigen Medikamenten? Rahmenbedingungen: Wie sind Sie telefonisch erreichbar? Wer kümmert sich um Sie? Wie steht es also mit der postoperativen Betreuung zuhause? Ist eine ambulante Durchführung der Operation überhaupt möglich?
Was ist eine Narkose und wie ist der Ablauf?
„Allgemeine Betäubung des Organismus mit zentraler Schmerzausschaltung durch Zufuhr von Betäubungsmitteln“ steht im Duden. Durch einen schlafähnlichen Zustand wird die schmerzfreie Operation ermöglicht. Dabei wird über eine Infusionskanüle ein Einschlafmedikament (Narkotikum) in die Vene gespritzt, der Schlaf setzt innerhalb weniger Sekunden ein. Während der gesamten Zeit der Narkose überwachen wir die Vitalfunktionen wie EKG, Blutdruck, Herzfrequenz und die Beatmungsparameter wie Atemzugvolumen, Atemfrequenz oder Zusammensetzung und geben Infusionen und Medikamente, um einen optimalen Verlauf zu erreichen. Eine unserer Besonderheiten ist das EEG-Monitoring: Über 3 Elektroden, die an der Stirn platziert sind, können wir während der Narkose die Hirnströme messen und mittels einer computergestützen Auswertung die Narkosetiefe steuern. Nicht zu flach, um Wahrnehmungen während der Narkose zu verhindern, nicht zu tief um Überdosierungen zu vermeiden.
Ist die letzte Hautnaht gesetzt und ein Verband angebracht, lassen wir den Patienten aufwachen. Es folgt die Umlagerung und der Transport in den Aufwachraum, wo wiederum mittels EKG, Pulsoxymetrie und Blutdruckmessung eine Überwachung stattfindet, um Veränderungen frühzeitig zu erfassen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Im Aufwachraum kann dann etwas gegessen und getrunken werden, bei Bedarf bekommen Sie Schmerzmittel und werden bis zur Entlassfähigkeit von unserm geschulten Fachpersonal betreut. Wir erklären Ihnen die sinnvolle Einnahme von Schmerzmedikamenten und das Verhalten nach der Operation zu Hause. Wenn notwendig werden im Aufwachraum auch Schienen oder spezielle Lagerungshilfen von den Mitarbeitern des Sanitätshauses angepasst.
Was ist eine Teilnarkose/Regionalanästhesie?
Bei einer Teilnarkose bzw. Regionalanästhesie kann durch die gezielte Betäubung einzelner Nervenbahnen oder Nervenbündel (Plexusanästhesie) eine Schmerzausschaltung für bestimmte Bereiche erreicht werden – ohne das Bewußtsein zu beeinträchtigen. (Mensch wach-Arm schläft).
Die kontinuierliche Regionalanästhesie ist eine Technik der regionalen Anästhesie, bei der mittels eines Katheters ein örtliches Betäubungsmittel kontinuierlich an einen Nervenstamm oder Plexus verabreicht wird. So sind mehrtätige Schmerzausschaltungen möglich.
Welche Narkoseverfahren werden im COC Allgäu angeboten?
Interskalenärer Block: Betäubung von Nerven im Bereich des Halses (interskalenär) für Eingriffe im Schulterbereich.
Vertikal-Infraklavikulärer Block: Betäubung im Bereich des Schlüsselbeins (Klavikula) für Eingriffe an Hand. Ellbogen und Operarm.
Axilläre Plexusblockade: Betäubung im Bereich der Achselhöhle (Axilla) für Eingriffe an Hand und Ellenbogen.
Femoralisblock: Regionalanästhesieverfahren zur Betäubung des Femoralisnerven im Bereich der Leiste. Ideales Verfahren zur Schmerzausschaltung nach größeren Eingriffen im Kniebereich (Kreuzband-Ersatz, Kniescheiben-Operationen).
Distaler Ischiadikusblock: Regionalanästhesieverfahren, bei dem der untere Bereich des Ischias-Nerven betäubt wird. Eignet sich für Eingriffe am äusseren Sprunggelenk und dem gesamten Fuß.
Hand- und Fußblock: Durch die gezielte Betäubung der Nerven im Bereich des Handgelenkes (Handblock) oder in Höhe des Sprunggelenkes (Fußblock) können diese Körperteile für mehrere Stunden gefühllos gemacht werden.
Spinalanästhesie: Rückenmarksnahe Technik, z.B.: zur Betäubung eines ganzen Beines oder auch der unteren Körperhälfte für Eingriffe an den Beinen, dem Genitale, der Analregion oder auch des Unterbauches geeignet.
In manchen Fällen kann durch eine Kombination von Voll- und Teilnarkose eine lange anhaltende und optimale Schmerzfreiheit nach der Operation erreicht werden.


